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FuGJ

Freundschaft und Gewalt im Jugendalter

Übersicht

Leitung: Prof. Dr. Clemens Kroneberg
Mitarbeiter: André Ernst, Maria Gerth, Kathrin Lämmermann 
Studentische Hilfskräfte: Florian Weber, Julia Weymeirsch

Fördernde Institution: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: 2013-2018
Kooperationspartner: Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen;
Peterborough Adolescent and Young Adult Development Study ( PADS+), University of Cambridge; Volkshochschule (VHS) Gelsenkirchen;

Kontakt:
Projekt "Freundschaft und Gewalt im Jugendalter"
Universität zu Köln | Institut für Soziologie und Sozialpsychologie
Greinstr. 2 | D-50939 Köln
fugj@wiso.uni-koeln.de | 0221 470 3736

Fragestellung/Ziel

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“ steht die Erklärung der Entwicklung, Aufrechterhaltung und Beendigung von Gewalthandeln bei Jugendlichen. Warum werden manche Jugendliche Opfer oder Täter von Gewalt? Wie lässt sich erklären, dass manche Jugendliche nur sporadisch zu Gewalt greifen, während andere wieder und wieder auffällig werden und sich zu sogenannten „Intensivtätern“ entwickeln? Und welche Jugendlichen verfestigen einen solchen Lebensstil, bei dem Gewalthandeln alltäglich ist? Welche Möglichkeiten bestehen, Gewalt bereits im Vorfeld präventiv zu verhindern, und was könnte helfen, wenn Jugendliche bereits durch Gewalthandeln auffällig geworden sind? Zur Beantwortung dieser zentralen Fragestellungen soll das Projekt einen Beitrag leisten. Der Hauptfokus liegt dabei auf zwei bekannten Bedingungsfaktoren von Gewalt, der Zustimmung zu gewaltlegitimierenden Normen und der Freundesgruppe. Während wir aus bisheriger Forschung wissen, dass die Zustimmung zu gewaltlegitimierenden Normen und die Einbettung in einen Freundeskreis, in dem es zu Gewalt oder anderem kriminellen Verhalten kommt, stark mit dem Gewalthandeln Jugendlicher zusammenhängt, ist bislang noch weitgehend ungeklärt, wie diese Faktoren sich gegenseitig bedingen und in der Erklärung von Gewalt zusammenwirken. Sowohl für die Freundesgruppe als auch für normative Überzeugungen und Einstellungen ist das Jugendalter eine bedeutsame Formierungsphase, beide sind daher zentrale Ansatzpunkte für Präventions-, und Interventionsmaßnahmen im Jugendalter. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein profundes Wissen darüber wie genau Gewalthandeln durch die genannten Bedingungsfaktoren begünstigt wird. Auf der Basis einer integrativen Handlungstheorie sollen diese Mechanismen daher im Rahmen des Forschungsprojektes „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“ untersucht werden. Konkret soll entsprechend unter anderem folgenden spezifischen Forschungsfragen nachgegangen werden:

 

  • Welche sozialen Faktoren beeinflussen die Entstehung von Freundschaften?
  • Wie beeinflusst die Freundesgruppe die Ausbildung, Verfestigung und soziale Verbreitung gewaltförderlicher Einstellungen?
  • Welche Bedeutung haben Freundschaftsbeziehungen für die Überführung von gewaltförderlichen Einstellungen in tatsächliches Gewalthandeln?
  • Welche Rolle spielen hierbei schulische und außerschulische Bedingungen?

Projektbezogene Veröffentlichungen

2016

Beier, Harald (2016): Wie wirken „Subkulturen der Gewalt“? Das Zusammenspiel von Internalisierung und Verbreitung gewaltlegitimierender Normen in der Erklärung von Jugendgewalt. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 68, S. 457-485.  DOI: 10.1007/s11577-016-0369-2.

Kroneberg, Clemens, André Ernst und Maria Gerth (2016): Das Projekt „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“. In Neubacher, Frank und Nicole Bögelein (Hrsg.): Krise-Kriminalität-Kriminologie. Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg, S. 353-364. PDF PDF

Leszczensky, Lars, Beier, Harald, Kruse, Hanno und Sebastian Pink (2016): Collecting Network Panel Data in Schools: Practical Guidance Based on the Experiences of Three German Panel Studies. MZES Working Paper 166, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung.

2015

Beier, Harald, und Sonja Schulz (2015): A Free Audio-CASI Module for LimeSurvey. Survey Methods: Insights from the Field.

Schulz, Sonja (2015): Don’t Blow Your Cool: Provocation, Violent Coping, and the Conditioning Effects of Self-Control. Journal of Quantitative Criminology. doi: dx.doi.org/10.1007/s10940-015-9267-4.

2014

Beier, Harald (2014): Peer effects in offending behaviour across contexts: Disentangling selection, opportunity and learning processes. European Journal of Criminology, 11, Heft 1, S. 73-90.

Beier, Harald, Sonja Schulz und Clemens Kroneberg (2014): Freundschaft und Gewalt im Jugendalter: Feldbericht der ersten Erhebungswelle (Technical Report). Mannheim [Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung: Arbeitspapiere; 158].

Kalter, Frank, und Clemens Kroneberg (2014): Between Mechanism Talk and Mechanism Cult: New Emphases in Explanatory Sociology and Empirical Research. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 66, Heft 1, Suppl., S. 91-115.

Kroneberg, Clemens (2014): Frames, Scripts, and Variable Rationality: An Integrative Theory of Action. S. 95-123 in: Gianluca Manzo (Hrsg.) Analytical Sociology: Actions and Networks. Chichester: Wiley.

Schulz, Sonja (2014): Individual Differences in the Deterrence Process: Which Individuals Learn (Most) from Their Offending Experiences?. Journal of Quantitative Criminology, 30, Heft 2, S. 215-236.

2012

Best, Henning, und Clemens Kroneberg (2012): Die Low-Cost-Hypothese: Theoretische Grundlagen und empirische Implikationen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 64, Heft 3, S. 535-561.

Kroneberg, Clemens, und Frank Kalter (2012): Rational Choice Theory and Empirical Research: Methodological and Theoretical Contributions in Europe. Annual Review of Sociology, 38, S. 73-92.

Schulz, Sonja, und Harald Beier (2012): Die Vernachlässigung langfristiger Folgen in der Entscheidung zu abweichendem Verhalten. Entwicklung und Gütekriterien einer neuen Messung von Selbstkontrolle. Soziale Probleme, 23, Heft 2, S. 251-281.

2011

Kroneberg, Clemens (2011): Die Erklärung sozialen Handelns. Grundlagen und Anwendung einer integrativen Theorie. Wiesbaden: VS Verlag. [Neue Bibliothek der Sozialwissenschaften].

2010

Kroneberg, Clemens, Isolde Heintze und Guido Mehlkop (2010): The interplay of moral norms and instrumental incentives in crime causation. Criminology : , 48, Heft 1, S. 259-294.

Kroneberg, Clemens, Meir Yaish und Volker Stocké (2010): Norms and Rationality in Electoral Participation and in the Rescue of Jews in WWII: An Application of the Model of Frame Selection. Rationality and Society, 22, Heft 1, S. 3-36.

Konferenzpräsentationen

Beier, Harald and Clemens Kroneberg (2016): The Co-Evolution and Interplay of Normative Attitudes, Peers, and Violence: Results from a New Panel Study [16th Annual Conference of the European Society of Criminology 2016, Münster, 21. bis 24. September 2016]

Ernst, André (2016): The role of peers in Situational Action Theory: Do pupils of the same grade influence one another in their violent behavior in the school context? [16th Annual Conference of the European Society of Criminology 2016, Münster, 21. bis 24. September 2016]

Ernst, André (2015): Devianz und Peers - Der Einfluss des Schulnetzwerkes auf deviantes Verhalten Jugendlicher. [Herbsttagung der Sektion Soziologische Netzwerkforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Köln, 5. bis 6. Oktober 2015]

Ernst, André (2015): Influence, Selection und persönliche Eigenschaften des Akteurs. [14. Tagung der Kriminologischen Gesellschaft, Köln, 24. bis 26. September 2015]

Beier, Harald (2015): Das Zusammenspiel von Freundschaftsnetzwerken und Täter-Opfer-Beziehungen in der Schule. [14. Tagung der Kriminologischen Gesellschaft, Köln, 24. bis 26. September 2015]

Schulz, Sonja (2015): Bleib cool, komm runter - Selbstkontrolle als Coping-Ressource bei Provokation. [14. Tagung der Kriminologischen Gesellschaft, Köln, 24. bis 26. September 2015]

Kroneberg, Clemens, Maria Gerth und André Ernst (2015): Das Projekt "Freundschaft und Gewalt im Jugendalter". [14. Tagung der Kriminologischen Gesellschaft, Köln, 24. bis 26. September 2015]

Kroneberg, Clemens, Harald Beier, Evelyn Sthamer und Sonja Schulz (2014): Freundschaft und Gewalt im Jugendalter. ["Nordkrim 2014", Tagung des Norddeutschen Kriminologischen Gesprächskreises, Bielefeld, 09. bis 11. Mai 2014]

Kroneberg, Clemens, und Hanno Kruse (2014): Academic performance and social status among adolescents in Europe. [2nd Workshop on “Social Mechanisms”, Düsseldorf, 07. bis 08. November 2014]

Kroneberg, Clemens, und Hanno Kruse (2014): Academic performance and social status among adolescents in Europe. [7th INAS Conference (International Network of Analytical Sociology), Mannheim, 06. bis 07. Juni 2014]

Schulz, Sonja (2014): Interpersonal Provocation and Violence – Testing Strain Theoretical Arguments on the Functioning of Low Self-Control. [14th Annual Conference of the European Society of Criminology, Prague, 10. bis 13. September 2014]

Schulz, Sonja, und André Ernst (2014): Project "Friendship and Violence in Adolescence (FuGJ)" - Design, Sampling and Measures. [Cambridge Testing SAT Workshop, Cambridge, 04. bis 05. Oktober 2014]

Beier, Harald (2012): Situational Peer Effects on Adolescents' Alcohol Consumption. [Thinking About Context: Challenges for Crime and Justice. 68th Annual Meeting of the American Society of Criminology, Chicago, IL, 14. November 2012]

Kroneberg, Clemens, und Sonja Schulz (2012): Kriminelles Handeln zwischen Anreizen, Normen und Selbstkontrolle. [Soziologisches Institutskolloquiums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle-Wittenberg, 30. Mai 2012]

Beier, Harald (2011): Messung und Mechanismus: Zur Verknüpfung von kriminologischer Theorie und empirischer Forschung am Beispiel der Messung von Selbstkontrolle. [Method(olog)ische Grundlagen der empirischen Forschung über Kriminalität: Perspektiven und Herausforderungen. Frühjahrstagung 2011 der Sektion Methoden der empirischen Sozialforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Halle, 01. bis 02. April 2011]