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PartnerLife

Partner Relationships, Residential Relocations and Housing in the Life Course (PartnerLife)

  • Leiter: Prof. Dr. Michael Wagner (Universität zu Köln), Prof. Clara H. Mulder (University of Groningen, Population Research Centre), Dr. Hill Kulu (University of St Andrews, School of Geography and Sustainable Development)
  • MitarbeiterInnen in Köln: Dr. Meike van Damme, Dr. Sandra Krapf (bis 2017)
  • Fördernde Institution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Open Research Area in Europe for the Social Sciences
  • Laufzeit in Köln: 2014 - 2019
  • Projektwebsite: PartnerLife Project

Beschreibung

Partnerschaften, räumliche Mobilität und Wohnen sind für das individuelle Wohlbefinden sehr bedeutsam und eng miteinander verknüpft. Viele Aspekte dieser Verknüpfung sind bisher wenig oder gar nicht erforscht worden: Partnerschaften mit getrennten Haushalten (living apart together, LAT) versus Partnerschaften im gemeinsamen Haushalt, Langzeiteffekte, Wechselwirkungen, vollständige Verläufe statt punktueller Ereignisse sowie der Einfluss des gesellschaftlichen Kontexts. Ziel des Projektes ist es, die Interaktionen zwischen den Partnerbeziehungen einerseits und der Wohnsituation und räumlicher Mobilität der Partner andererseits zu untersuchen, wie sich diese Interaktionen im Lebensverlauf verändern und wie sie eingebettet sind in die sozialen und institutionellen Rahmenbedingungen Deutschlands, Großbritanniens und der Niederlande. Dabei sollen die Komplexität der Wechselwirkungen und die langfristigen Effekte berücksichtigt werden. Die alle Aspekte verbindende Forschungsfrage lautet:

Wie sind Partnerschaft und Wohnen im Lebensverlauf miteinander verbunden und inwieweit sind diese Verläufe und ihre Wechselwirkungen mit den sozialen und institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden verknüpft?

Partnerschaftliche Beziehungen werden in umfassenderer Weise als sonst üblich betrachtet. Es werden nicht nur mit Partnerschaften in gemeinsamen Haushalten (Lebensgemeinschaften oder Ehepaare) untersucht, sondern auch Partnerschaften in getrennten Haushalten (LAT). Neben Formation, Auflösung und Transformation (von LAT in Partnerschaft mit gemeinsamem Haushalt) soll insbesondere auch die Qualität der Partnerschaften untersucht werden. In Hinblick auf die Wohnsituation sollen Wohnqualität und Besitzverhältnisse (Eigentum oder andere Besitzverhältnisse) und räumliche Mobilität betrachtet werden. Dabei sollen nicht nur einzelne kritische partnerschaftliche Veränderungen in den Lebensverläufen und die damit einhergehenden Änderungen der Wohnsituation berücksichtigt werden. Es wird nicht der Ansatz verfolgt, ein Lebensereignis gesondert zu betrachten, sondern Veränderungen in den Bereichen Partnerschaft und Wohnen werden mit dem Lebensverlauf der Menschen in Beziehung gesetzt.

Es werden Hypothesen aus verschiedenen Mikrotheorien abgeleitet und überprüft, darunter die Rational Choice-Theorien und verschiedene Verhandlungsmodelle. Darüber hinaus sollen Hypothesen zum Einfluss von Sozialpolitik und Wohnungsmarkt auf die Mikroebene formuliert werden. Für alle drei Länder sollen umfangreiche Längsschnittdaten genutzt werden, die mit Hilfe unterschiedlicher Standard- und fortgeschrittener Längsschnittmethoden analysiert werden sollen, darunter Ereignisanalysen im Mehrebenendesign, Sequenzanalysen und dyadische Modelle. Die Ergebnisse dieser Analysen werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Partnerschafts- und Wohnverläufe von Individuen deutlich erweitern. Dass hierbei drei Länder miteinander verglichen werden, bietet darüber hinaus neue Erkenntnisse.