Wie entstehen Vermögensungleichheiten in Paarbeziehungen?

Emmy Noether Nachwuchsgruppe für Dr. Philipp Lersch

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt „Accumulation of Personal Wealth in Couples: Individual Resources and Gender Inequalities in Intimate Relationships“ (MyWealth) von Dr. Philipp Lersch im Emmy Noether-Programm mit rund 1,2 Millionen Euro. Das renommierte Emmy Noether-Programm gibt herausragenden NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit, eigenverantwortlich die Leitung einer Nachwuchsgruppe zu übernehmen.

Im MyWealth Projekt erforschen Lersch und sein Team den Besitz von individuellem Vermögen in Paarhaushalten. Vermögen ist ein wichtiger und eigenständiger Aspekt von sozialer Ungleichheit. Dabei ist vor allem individuelles Vermögen – in Abgrenzung zum Haushaltsvermögen – in Zeiten von instabilen Paarbeziehungen und sich verändernden Wohlfahrtsstaaten zur ökonomischen Absicherung zunehmend bedeutsam. Die bisherige Forschung hat zwar gezeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern in heterosexuellen Paarbeziehungen oft weniger individuelles Vermögen besitzen. Wie diese Ungleichheiten entstehen, bleibt aber weitgehend unklar. Deshalb wird im Projekt der Frage nachgegangen, was die individuelle Vermögensbildung und Vermögensungleichheiten in Paarbeziehungen bedingt. So kann das Entstehen von bedeutsamen, ungleichen Lebenschancen von Frauen und Männern aufgrund ihres Vermögens erklärt werden.

Das Projekt untersucht die Dynamiken individueller Vermögensbildung in Paarbeziehungen in verschiedenen Ländern aus unterschiedlichen Perspektiven. Dazu werden quantitative, sekundäre Längsschnittdaten aus Australien, Deutschland, Großbritannien und den USA genutzt. Diese Daten werden durch Faktorielle-Survey-Experimente ergänzt, in denen subjektive Einstellungen zu individuellem Vermögen in Paaren in allen vier Ländern gemessen werden.

Zur Person: Dr. Philipp Lersch ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der WiSo-Fakultät. Er hat zuvor an der Universität Tilburg gearbeitet und an der Universität Bremen (BIGSSS) promoviert.