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Ehrensache!

Eine vergleichende Studie der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen von gemeinnützigen Organisationen in Köln und Hamburg.

Ein Projekt des Forschungsinstituts der Soziologie der Universität zu Köln, gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung

Prof. em. Dr. Jürgen Friedrichs
Jennifer Klöckner, M.A.

(Laufzeit 1.4.2010-31.3.2012)

In dem Projekt wird untersucht, welche Rolle der Glaube bei der Arbeit in einer gemeinnützigen Organisation oder einem Wohlfahrtsverband spielt, insbesondere bei der Ausübung der freiwilligen oder ehrenamtlichen Arbeit. Untersucht werden sollen ehrenamtliche und professionelle Mitarbeiter/innen von katholischen, evangelischen, freikirchlichen, muslimischen, alevitischen und nicht-religiös orientierten gemeinnützigen Vereinen.

Zunächst werden die Leistungen der Organisationen und einzelnen Einrichtungen sowie wie der Arbeitsumfang der Mitarbeiter erhoben. Dies ist vor allem für die „Migrantenorganisationen“ interessant, weil eine solche Erhebung bisher nicht vorliegt. Weiterhin wird untersucht werden, welche Stellung die Verbände im Leben der Mitarbeiter/innen haben. Es wird gefragt, wie wichtig diese Organisationen für sie sind und welchen Beitrag die Vereine zur Integration in soziale Netzwerke und in die deutsche Gesellschaft leisten.

Die Studie soll Antworten auf folgende Fragen erbringen:

  • Welche Erfahrungen haben ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in ihrer Arbeit gemacht? Welche besonderen Probleme werden genannt?
  • Welche (Dienst-)Leistungen erbringen die Mitarbeiter/innen?
  • Unterscheiden sich die Leistungen der traditionellen Wohlfahrtsverbände von denjenigen in Verbänden, die als „Migrantenorganisationen“ bezeichnet werden?
  • Gibt es Unterschiede zwischen dem Einfluss der christlichen Organisationen auf ihre Mitglieder und dem der islamischen, alevitischen oder nicht-religiösen Vereine?
  • Wie wirkt sich die Mitgliedschaft in einer gemeinnützigen Organisation auf das soziale Netzwerk der Mitarbeiter aus?
  • Gibt es Unterschiede in der Motivation für die freiwillige Arbeit zwischen Einheimischen und Migranten, zwischen Christen, Moslems, Aleviten und konfessionslosen Personen?
  • Welche Bedeutung hat die freiwillige Arbeit für türkische Migranten in Deutschland und in welchem Umfang kann die freiwillige Arbeit als eine individuelle Ressource nützlich sein?
  • Wie unterscheiden sich die Bedürfnisse der bedürftigen Migranten von denen der bedürftigen Einheimischen?

Auch die Mitarbeiter von Organisationen mit islamischer Glaubensrichtung sind für uns wichtig. Bisher gibt es in der deutschsprachigen Forschung keine empirischen Untersuchungen, die die Wohlfahrtsleistungen der Migrantenorganisationen untersucht und diese mit den traditionellen Wohlfahrtsverbänden vergleicht.

Um den Einfluss von Religiosität auf freiwilliges Engagement zu messen und dabei den verschiedenen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften gerecht werden zu können, wird die Religiosität für christliche, muslimische und alevitische Glaubensrichtungen getrennt abgefragt. Dabei haben wir eine Skala für alevitische Religiosität entwickelt.

Weiterhin wird der Fragebogen in deutscher und türkischer Sprache vorliegen.

Über die Arbeitsschritte und Ergebnisse der Studie werden Sie im Folgenden auf dieser Seite informiert.